Piri Piri Chilis | Itineraries of taste

Piri Piri Chilis

Piri Piri Chilis

Frühe Siedler haben Zutaten und kulinarische Traditionen nach Südafrika gebracht, die hier Wurzeln geschlagen haben. Wenn man so will, bilden sie die Basis der abwechslungsreichen Küche der Regenbogennation. Hinter den Winelands von Franschhoek, die in den späten 1600er Jahren von den französischen Hugenotten angelegt wurden, lebt die Cape Malay-Gemeinschaft. Diese Bevölkerung stammt ursprünglich aus Indonesien und wurde einst von den Holländern zu Arbeitszwecken hierher gebracht. Sie hatten die muslimische Kultur sowie Kräuter und Gewürze, die jetzt der südafrikanischen Küche Pfeffer verleihen, im Gepäck. Eine der pikantesten Zutaten in dieser reichen Mischung aus Aromen sind Chilischoten.

Chilis haben ihren Ursprung angeblich im Amazonasbecken in Südamerika, wo sie bei den Inkas als „Achu“ oder bei den Azteken als „Chili“ bekannt waren. Sie gehören zur Capsicum-Familie. Ihre Schärfe verdanken sie dem Capsaicin, einer Chemikalie in der Frucht, die ein Reizmittel ist und für ein brennendes Gefühl sorgt.

Die portugiesischen und spanischen Entdecker brachten die Pflanze zuerst nach Europa und Westafrika. Von dort breitete sie sich entlang der Handelsrouten in das südliche Afrika aus. Inzwischen hatten die Chilischoten auch Indien erreicht, mit den Arbeitern aus Asien gelangten die Chilis auch nach Südafrika.

Heute ist Piri Piri – Suaheli für „Pfeffer Pfeffer“ (so scharf, dass er zweimal genannt wird) – ein zentraler Bestandteil in der südafrikanischen Küche. Wie der berühmte Schriftsteller Laurens van der Post in seinem Buch First Catch Your Eland (Wie Afrika isst. Reisen kreuz und quer durch den Kontinent, 1977) schrieb: „Der Mann, der nach Piri Piri süchtig geworden ist, hungert immer danach, weil jeder, der in den Tropen Gefallen an indischen Currys, orientalischen Gewürzen oder afrikanischen Chilis gefunden hat, ein Süchtiger wird...“

Auf der von US-Apotheker Wilbur Scoville im Jahre 1912 entwickelten Scoville-Skala für die Messung von Schärfegraden (SHU) ist Piri Piri , auch als afrikanischer Vogelchili bekannt, eine der feurigeren Sorten. Am unteren Ende der Skala liegt die Paprika mit einem Score von 0 SHU; Tabasco liegt in der Mitte mit 30.000-50.000 SHU. Piri-Piri erzielt rund 50.000-175.000 SHU. Scharf, aber es gibt noch viel schärfere Chilis da draußen: Den Schärferekord hält der Carolina Reaper mit einem überwältigenden Schärfegrad von 1.569.300 SHU.

Piri Piri wird in traditionellen südafrikanischen Gerichten wie Sosatie (marinierte Spieße mit Hammelfleisch) und Bredie (Lamm- und Tomateneintopf, ähnlich wie Gulasch) verwendet. Aber seine wichtigste Verwendung ist als Marinade für Garnelen oder Hühnerfleisch. Die Chilis werden gehackt oder gemahlen und mit Salz, Zitronensaft oder Essig, Knoblauch, Zwiebeln und Pflanzenöl zu einer dicken Soße verrührt. Die Garnelen oder Hühnerstücke werden dann großzügig bepinselt und bleiben für mehrere Stunden (idealerweise über Nacht) in der Marinade, bevor sie gekocht werden.

Südafrika hat eine starke Barbecue-Tradition. Für die Mitglieder aller Gemeinschaften ist Braai (shisa nyama auf Zulu) mehr als nur Grillen: Es hat einen besonderen Platz in der Kultur des Landes. Um wichtige Ereignisse zu begehen, versammeln sich Südafrikaner vor einem Feuer im Freien und kochen ein Festmahl mit braaivleis (Afrikaans für „Fleisch vom Grill“). Normalerweise kochen die Männer, während die Frauen die Beilagen vorbereiten - oft auch Pap, eine Art Maisbrei, verwandt mit Polenta. Gerne werden mit Piri Piri mariniertes Huhn und Garnelen gegrillt, die ausdrucksstarken Aromen der Chili im Fleisch passen gut zu einem kalten Bier. Und wenn es noch immer nicht scharf genug ist, gibt es immer genügend Piri-Piri-Sauce zum Dippen und für einen schnellen Kick.

Braai ist so wichtig für Südafrikas nationale Identität, dass im Jahr 2005 eine National Braai Day Initiative gestartet wurde. Die Idee war es, Südafrikaner zu ermutigen, sich um ein Feuer zu vereinen, um am 24. September (Heritage Day) „unser Erbe zu teilen und unsere Fahne zu schwingen“. Erzbischof Desmond Tutu wurde sogar zum Patron der Bewegung ernannt, die als Möglichkeit der Vereinigung der Nation beschrieben wurde. Ein Piri Piri-Barbecue ist sicherlich etwas, hinter dem jeder stehen kann.

Weitere Geheimnisse des Geschmacks

Kulinarisches auf einen Blick

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